KLANGLAND 2010 – KLANG ALS SPRACHE ALS KLANG

25. November 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

KL

 

Ausstellung und Performances im Kunsttempel 2. bis 9. Dezember 2010

Ausstellung und Performances im Kunsttempel Kassel

Eröffnung: Do., 2. Dez., 20 Uhr

Geöffnet täglich von 15 bis 18 Uhr,
am Montag geschlossen.

Ausstellung mit
Tobias Böhm, Antonio Bueno Tubía, Experimentelles Sprechen Leipzig, Ingo Frischeisen, Mara Genschel, Thomas Janitzky, Yukiko Jungesblut, Udo P. Leis, Michael Lentz, Michael Neil, Clara C. Oppel, Adrian Palka, Stefan Riebel, Valeri Scherstjanoi, Frauke Schmidt, Max Schneider, Martin Schüttler, Wolfram Spyra, Roksana Vikaluk.

Performances

Do., 2. Dez., 20.30 Uhr
Adrian Palka (Coventry) & Wolfram Spyra (Berlin): “The Last Polonaise“
Experimentelles Sprechen Leipzig: „Richtig liegen ist nicht mehr vs. un-“ (Leipzig/Berlin/Thonon-les-Bains/Paris)
Thomas Janitzky (Leipzig): “Heavy Metal“
Stefan Riebel (Leipzig): “Dedication Pieces“

Sa., 4. Dez., 19.30 Uhr
Antonio Buena Tubía (Madrid): “Einsteigen bitte“
Tobias Böhm (Kassel): “Vokale Fraktale“

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Sonntag 15 Uhr, bewölkt bis erdacht

22. November 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

wir sind traurig darüber
dies
nicht vorher
erkannt haben
zu müssen

auch sind wir wenig

früher war mal mehr
da von
uns
doch dann kam
der gleichsinn auf
welchen wir in euch

durch mich gesprochen

nicht mehr in der lage waren
und sind
zu verteufeln

uneinholbar preschen
eure
alltäglichkeiten
an unseren auffassungsgaben vorbei
und nicht mal streifwörter
gelingen
uns um die
wieder einmal vorübergehende
endlichkeit
einzufangen

wir denken
nach
und
graben nah an unseren grundeinstellungen
heran
bis schließlich doch nur
die scham

feudal erdacht

dem triefenden geist das haupt entnimmt

motivwiederholung

22. November 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

ach ja, seufzte sie, als sie sich hinsetze. sie war noch nicht lange in diesem haus an der küste. eine letzte mücke kämpfte auf dem couchtisch mit dem tod und mit ihrem schuh beendete sie rasch diesen kampf. er guckte sie schräg von der seite an. ihr erster urlaub und gleich musste er tierreste von einer tischplatte entfernen. musste das jetzt sein. bevor sie mich sticht. und sie könnten noch jünger sein und ideale haben, vorstellungen oder gar erwartungen. aber es war vielleicht schon ein herbst zuviel und das macht mürbe und manche lassen sich in ein grab fallen, bevor sie noch die schaufel in die hand gedrückt bekommen haben. er war mürrisch. und er hielt nicht hinterm berg damit, setzte sich aber neben sie auf das sofa und nahm ihre hand. sie guckte ihn an. und sie fragte sich was das soll. sind wir teenager. dann eben nicht. sowieso ein schnapsidee. ob das gut endet. oder ob es überhaupt endet. wahrscheinlich auf einer landstraße mitten in der vorpommerschen einöde. hier gibt es nichts zu holen und auch nichts zurückzulassen. also vielleicht beim obligatorischen stadtrundgang in berlin. ups. da bin ich einfach ohne dich losgefahren. aber irgendwie besaß er noch etwas gewissen und er schrie den spiegel an. schreien hilft immer. soll sie es doch mitbekommen. das messer habe ich zwischen den zähnen. er lief rot an und der besuch der spelunke war nicht das, was zu erwarten war. blinder geiler rausch. deswegen hatte er sie doch angesprochen. mehr war für ihn nicht drin. mehr wird nicht kommen. doch das, was in gläser sich so leicht hinunterstürzt, kann diese frau nicht leisten. weil sie gerade etwas zu leisten vorhatte. und gegensätze sollen sich anziehen und das denkt er mitten am strand, nackt und das wasser ist kalt und knietief steht er darinnen. im winzigen schein eines weit entfernten lagerfeuers masturbiert er und sollte er schreien. das wasser ist kein spiegel, es ist schwarz und schwarz, das ist er nicht. das will er nicht. das mag er nicht. seine lieblingsfarbe ist grün – seit letztem herbst. und dieser herbst war grau. er hatte eine dirne und die raubte ihm das grün seiner seele. und das ist betrug. er hatte das nicht bezahlt und drei runden waren eindeutig zu wenig, es war zu lasch und es gab keine adjektive außer trostlos. er verabschiedete sich nicht und manchmal fragt er sich. soll ich noch. aber immer wieder hat das keinen zweck. und immer wieder sitzt da noch jemand auf dem sofa. das ist bedenklich und die zeit hat keine grenzen, nur die couch ist zu voll und man soll vorher die speisereste wegwischen. doch ein zirkusbesuch könnte nicht langweiliger sein als dieses theater. schmierig und klumpender kleister mit milch versetzt. nebel und das fernlicht funktioniert auch heute nicht. wie traurig das ist. fünfzig liegestütze sind ein leichtes und vor dem zubettgehen. vor dieser glosse an gutenachtgeschichte erledigt er das schnell. und sie beide erledigen das noch schnell. denn dafür sind sie hier. es geht nicht um die landschaft. vielleicht könnte man die beiden auch in ein blue-screen studio legen und dann verschiedene orte projezieren. das spart die fahrt. und er müsste sich nicht überlegen gegen welche baum er fährt. denn sie sind so viele und das licht bricht sich so herrlich dadurch. ein traum. gleißendes funkeln. eine tagdiskothek. und das ist jämmerlich und heute passiert nichts mehr. mitunter nur das, was er nicht zu vermeiden kräftens ist. manchmal schimpft er das kunst und es ist belanglos für alle anderen. besonders für sie. und sie. das ist. ein zellhaufen. ein mürbes gebäck, spröde und marginal. blonde locken tun einfach nichts zu sache. sie sind überflüssig. ein gas, mehr ein plasma. das scheint. und schein ist bar der wirklichkeit und sie ist gar nicht da. er sitzt alleine auf dem sofa und der fernseher rauscht. das muss ein techniker richten und er richtet das am nächsten tag. nachts flackern die bilder und am strand leuchten feuer und schiffe auf der milden see. waren das blumen auf ihrer strumpfhose.

verstrebungen zwei

19. November 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

mag es verwirrend sein. vielleicht mag es auch
klar sein und die see schläft heute nacht mit ein-
er dirne und ein kleiner punkt erscheint am him-
mel, macht sich breit und räumt seine wucht aus.

manche häuser mögen einstürzen, suhlen sich
in der eigenen schwerkraft, der trägheit, masse,
fluchtpunkt zur mitte, der mitte, ein flüssiger kern,
endlos in bewegung und verglühendes brockentum.

und pi ist seine lieblingszahl, in jedem schankhaus
verkündet er‘s, bestellt sich tequila und freut sich,
dass es sich dreht in seinem kopf – das macht sinn.

und nachts wenn die laternen lästig aufjaulen und
verschlafen sie die lider aufreißen, dann ist auch
das wie jeden tag und das ist nur ein wort wert.

heiligenschein

18. November 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

es ergab sich an einem sonntagabend, dass sich einer mitten im satz unterbrochen sah, sich gewahrte, dass niemand ihm mehr zuzuhören bereit war. daraufhin erhob er die stimme. lumpenpack. laien. verständnislose. laffen. liederliches gesocks. warum belästigen sie einen überhaupt mir ihrer existenz. und warum würdigen sie die seine nicht. eitelkeiten. wandelnde eitelkeiten. selbst spiegel würden bei deren anblick laut aufweinen. ihr seid doch alle würmer. gebt mir zwei schnaps. das ward verstanden. und das kostete zweimal 3 sowie 40 sekunden. vielleicht schien ihm die welt danach sogar etwas besser. er ließ es nicht drauf ankommen und verzog sich auf die toilette und erbrach. selbstekel. dünne menschen laufen ihm entgegen und striche, modifizierte punkte, längliche kugelhaft oval getrübt verloren schlierend. ich setze an. rief er. ein runder klumpen schwätzend knotig jovial mit luft zum leben, die ihm ausgeht. und die nächste querstraße. nach links drehen und fliehen. dann wieder auf die hauptstraße sehen, scheuen. dreimal. und ponies auf köpfen, die neueste mode seit langem und schief und krum und gerade und rahmen. er wälzt sich. robert warum rennst du so. wie kann die ästhetik so verkommen. diese bündel elend, bei dem er letzte nacht lagerte. dieses hagere etwas, dieses nichts, dieses jämmerliche allerweltstal. dieser schund. dünnheit. in jeder hinsicht. ich bin fett. schrie er. ich esse. und sie verstand nicht und lief nach und er lief schneller. und ein spiel. aber er ist müde, gibt ihr eine maulschelle und kehrt in das nächste gasthaus ein. singt.

nimmer werd ich schlafen in der nacht,
so wie der kleine säugling ganz sacht,
weil der busen an meinem mund zu hart,
doch zu weit nach haus die lange fahrt.

johlen. ein schnaps für den herren mit der goldenen zunge. ein könner. wahrlich das richtige für diese schenke. was darf es sein. zwei kurze und eine trachtprügel für diesen grausigen haufen hier. der herr hütet besser seine zunge. nein das tut er nicht. er schimpft und er übertreibt nicht und die wahrheit ist für diese gesellen ein grund und das spital wird heute sein blut auffangen. und das ist ein kurzer weg. und er wird gut dabei aussehen. die fäuste fliegen und mit mord wird gedroht, soviel ist einigen die falschheit wert und er landet in der gosse. nasstriefend das blut rinnt aus der nase und der platzwunde am kopf und einige rippen haben nachgegeben unter den energischen tritten. die lidern sinken und das pflaster ist heute nacht von weicher seliger habtik. schlaf. schalkvoll. und blut schmeckt süß. und blut schmeckt nach herbst, nach alina. und alina liegt heute bei einem anderen. bitter. dunst. jetzt wird kein singsang angestimmt. ein tropfen und auch ein zweiter. morgens ist er nackt. eine neue geburt. ein alter fetter körper trampelt zur goldenen stunde über die promenade und singt.

wie wohl mir der schlaf in dieser nacht,
so wie ein kleiner säugling ganz sacht,
und weil es tritte und schläge gab,
steig ich erholt aus dem nassen grab.

Eines Nachts

4. November 2010 Kommentare deaktiviert für Eines Nachts

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