über esl

Künstlerische Maßgeblichkeit soll durch die gewagte Aussprache von Unausgesprochenem wie Unvorformuliertem angesteuert werden. Dabei ist die Verwendung von banalen Sprachgerüsten aus dem Alltag kein Widerspruch, sondern schafft, durch Kopplung dieser an freigeistlichen Denkweisen, ein frisches und wohlaffektiertes Spannungsfeld.

Das Projekt Experimentelles Sprechen agiert als ein zunächst temporär-angelegtes Kollektiv von wortinteressierten Künstlern, die jeweils eine unterschiedliche berufliche Herkunft haben: Harold Wany kommt aus der Lyrik, Cindy Cordt aus der Fotografie und Nicolas Rossi aus der Videokunst und Bildhauerei. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Perspektiven und Ansätze, welche dynamisch in das Projekt einzufließen haben. Es soll einen Zugang zum Wort aufzeigen, das frei von Expertentum ist.

Verklumpung von intellektueller Ästhetik: Statt Einstellungen zu beeinflussen sollen nur unmittelbare Feststellungen bei den Rezipienten erfolgen: Sprechen als Sehen. Sie sollen nur zuhören oder lesen und aufnehmen, das Wort wirken lassen, auf das Wort aufmerksam werden. Nur bis hierhin arbeiten wir. Das was wir meinen, ist das was das Publikum hört oder liest. Es ist ein Schritt zurück zum Gesagten, zum bloßen Gesagten, aber noch nicht Interpretiertem. Wir sprechen bloß aus, was sichtbar ist und lassen keine Rückschlüsse auf unsere Interpretationen und Emotionen zu. Außerdem soll das Wort vermittels performativer Aktionen entpersonalisiert werden: der Fokus soll ausschließlich auf dem Wort liegen nicht auf dem Autor – sei es in Rahmen einer Printpublikation oder während einer Lesung bzw. Performance.

 

harold wany
nicolas rossi
cindy cordt

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: