INSELÜBERLEGUNGEN ZUR MENSCHHEIT 2.0

29. August 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Heute

war gestern

wie natürlich morgen

ebenso wie gestern

heute sein wird

 

 

 

 

Natürlich war

unter Umständen

tatsächlich

die Frage zu stellen

wenn auch vielleicht

und überhaupt auch evtl.

bei genauerer Betrachtung

jemand

keine Ahnung

vom Meisten

davonträgt

 

 

 

 

Punkt hinterm letzten Wort

und davor

links und rechts vom Nebensatz

Komata gesetzt

und Aussage pointiert

um Leere zu umgehen

die den schlimmsten Falle „Stille“

zu bedeuten

in der Lage sein könnte

würde man alles richtig machen

mit dem Schreiben

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Rotstift

14. Juli 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Wenn ich

wüsste

ob

ich

oftmals

wer

sein will

der anders

war als

du

bräuchten

wir kaum

Wörter

um zu verstehen

dass es besser

war

als es

doch mal

leise blieb

Entsatzlich

23. Mai 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Halbnutzen
Folgewort
Nebenwort bis Ab-
Satz

Um-
Satz
Nachsatz
Ent-
Satz
Anfangspunkt

Stellentritt

14. April 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Am Grabe, grabend – Pause.
Noch weitergrabend am Fuße der dunklen Stelle an ihrem Nabel.
Kurz bevor Klarheit die Verbalspur blockiert,
bedeutet das Graben rein garnichts.
Das Hinterher ist jetzt.
Klamme Lappen hängen herab,
die Sicht ist kurz.
Sie schmeckt kühl – ihr Blick bleibt dennoch süß.

Letzte Schippe,
dann der Schlag um zu ebnen.
Mit beiden Füßen fest auf lockerer Erde.
Tritt beiseite!
Ich wähle linksherum.
Die Oberfläche ist glatt und zart,
rechts davon meine Spuren.
Gebückt, Fokus auf Oberfläche,
Fall zu Boden und letztlich schweigend.

Heute: Gutes und Dumpfes am Tage des Harderns

9. Januar 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Mann am oberen Ende begann gestern mit dem groben Umstand.
Seine Leichtigkeit zersprang in Vielheit,
ehe die Partikel wieder zu einem Ganzen schrumpften,
um dem Boykott zu begrüßen, und bald – aber nicht zu bald –,
einer gewissen Überprüfung unterzogen wurden;
dies aber ohne Weiteres, doch mit gutem Grund.

Sonntag 15 Uhr, bewölkt bis erdacht

22. November 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

wir sind traurig darüber
dies
nicht vorher
erkannt haben
zu müssen

auch sind wir wenig

früher war mal mehr
da von
uns
doch dann kam
der gleichsinn auf
welchen wir in euch

durch mich gesprochen

nicht mehr in der lage waren
und sind
zu verteufeln

uneinholbar preschen
eure
alltäglichkeiten
an unseren auffassungsgaben vorbei
und nicht mal streifwörter
gelingen
uns um die
wieder einmal vorübergehende
endlichkeit
einzufangen

wir denken
nach
und
graben nah an unseren grundeinstellungen
heran
bis schließlich doch nur
die scham

feudal erdacht

dem triefenden geist das haupt entnimmt

motivwiederholung

22. November 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

ach ja, seufzte sie, als sie sich hinsetze. sie war noch nicht lange in diesem haus an der küste. eine letzte mücke kämpfte auf dem couchtisch mit dem tod und mit ihrem schuh beendete sie rasch diesen kampf. er guckte sie schräg von der seite an. ihr erster urlaub und gleich musste er tierreste von einer tischplatte entfernen. musste das jetzt sein. bevor sie mich sticht. und sie könnten noch jünger sein und ideale haben, vorstellungen oder gar erwartungen. aber es war vielleicht schon ein herbst zuviel und das macht mürbe und manche lassen sich in ein grab fallen, bevor sie noch die schaufel in die hand gedrückt bekommen haben. er war mürrisch. und er hielt nicht hinterm berg damit, setzte sich aber neben sie auf das sofa und nahm ihre hand. sie guckte ihn an. und sie fragte sich was das soll. sind wir teenager. dann eben nicht. sowieso ein schnapsidee. ob das gut endet. oder ob es überhaupt endet. wahrscheinlich auf einer landstraße mitten in der vorpommerschen einöde. hier gibt es nichts zu holen und auch nichts zurückzulassen. also vielleicht beim obligatorischen stadtrundgang in berlin. ups. da bin ich einfach ohne dich losgefahren. aber irgendwie besaß er noch etwas gewissen und er schrie den spiegel an. schreien hilft immer. soll sie es doch mitbekommen. das messer habe ich zwischen den zähnen. er lief rot an und der besuch der spelunke war nicht das, was zu erwarten war. blinder geiler rausch. deswegen hatte er sie doch angesprochen. mehr war für ihn nicht drin. mehr wird nicht kommen. doch das, was in gläser sich so leicht hinunterstürzt, kann diese frau nicht leisten. weil sie gerade etwas zu leisten vorhatte. und gegensätze sollen sich anziehen und das denkt er mitten am strand, nackt und das wasser ist kalt und knietief steht er darinnen. im winzigen schein eines weit entfernten lagerfeuers masturbiert er und sollte er schreien. das wasser ist kein spiegel, es ist schwarz und schwarz, das ist er nicht. das will er nicht. das mag er nicht. seine lieblingsfarbe ist grün – seit letztem herbst. und dieser herbst war grau. er hatte eine dirne und die raubte ihm das grün seiner seele. und das ist betrug. er hatte das nicht bezahlt und drei runden waren eindeutig zu wenig, es war zu lasch und es gab keine adjektive außer trostlos. er verabschiedete sich nicht und manchmal fragt er sich. soll ich noch. aber immer wieder hat das keinen zweck. und immer wieder sitzt da noch jemand auf dem sofa. das ist bedenklich und die zeit hat keine grenzen, nur die couch ist zu voll und man soll vorher die speisereste wegwischen. doch ein zirkusbesuch könnte nicht langweiliger sein als dieses theater. schmierig und klumpender kleister mit milch versetzt. nebel und das fernlicht funktioniert auch heute nicht. wie traurig das ist. fünfzig liegestütze sind ein leichtes und vor dem zubettgehen. vor dieser glosse an gutenachtgeschichte erledigt er das schnell. und sie beide erledigen das noch schnell. denn dafür sind sie hier. es geht nicht um die landschaft. vielleicht könnte man die beiden auch in ein blue-screen studio legen und dann verschiedene orte projezieren. das spart die fahrt. und er müsste sich nicht überlegen gegen welche baum er fährt. denn sie sind so viele und das licht bricht sich so herrlich dadurch. ein traum. gleißendes funkeln. eine tagdiskothek. und das ist jämmerlich und heute passiert nichts mehr. mitunter nur das, was er nicht zu vermeiden kräftens ist. manchmal schimpft er das kunst und es ist belanglos für alle anderen. besonders für sie. und sie. das ist. ein zellhaufen. ein mürbes gebäck, spröde und marginal. blonde locken tun einfach nichts zu sache. sie sind überflüssig. ein gas, mehr ein plasma. das scheint. und schein ist bar der wirklichkeit und sie ist gar nicht da. er sitzt alleine auf dem sofa und der fernseher rauscht. das muss ein techniker richten und er richtet das am nächsten tag. nachts flackern die bilder und am strand leuchten feuer und schiffe auf der milden see. waren das blumen auf ihrer strumpfhose.

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