INSELÜBERLEGUNGEN ZUR MENSCHHEIT 2.0

29. August 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Heute

war gestern

wie natürlich morgen

ebenso wie gestern

heute sein wird

 

 

 

 

Natürlich war

unter Umständen

tatsächlich

die Frage zu stellen

wenn auch vielleicht

und überhaupt auch evtl.

bei genauerer Betrachtung

jemand

keine Ahnung

vom Meisten

davonträgt

 

 

 

 

Punkt hinterm letzten Wort

und davor

links und rechts vom Nebensatz

Komata gesetzt

und Aussage pointiert

um Leere zu umgehen

die den schlimmsten Falle „Stille“

zu bedeuten

in der Lage sein könnte

würde man alles richtig machen

mit dem Schreiben

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motivwiederholung

22. November 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

ach ja, seufzte sie, als sie sich hinsetze. sie war noch nicht lange in diesem haus an der küste. eine letzte mücke kämpfte auf dem couchtisch mit dem tod und mit ihrem schuh beendete sie rasch diesen kampf. er guckte sie schräg von der seite an. ihr erster urlaub und gleich musste er tierreste von einer tischplatte entfernen. musste das jetzt sein. bevor sie mich sticht. und sie könnten noch jünger sein und ideale haben, vorstellungen oder gar erwartungen. aber es war vielleicht schon ein herbst zuviel und das macht mürbe und manche lassen sich in ein grab fallen, bevor sie noch die schaufel in die hand gedrückt bekommen haben. er war mürrisch. und er hielt nicht hinterm berg damit, setzte sich aber neben sie auf das sofa und nahm ihre hand. sie guckte ihn an. und sie fragte sich was das soll. sind wir teenager. dann eben nicht. sowieso ein schnapsidee. ob das gut endet. oder ob es überhaupt endet. wahrscheinlich auf einer landstraße mitten in der vorpommerschen einöde. hier gibt es nichts zu holen und auch nichts zurückzulassen. also vielleicht beim obligatorischen stadtrundgang in berlin. ups. da bin ich einfach ohne dich losgefahren. aber irgendwie besaß er noch etwas gewissen und er schrie den spiegel an. schreien hilft immer. soll sie es doch mitbekommen. das messer habe ich zwischen den zähnen. er lief rot an und der besuch der spelunke war nicht das, was zu erwarten war. blinder geiler rausch. deswegen hatte er sie doch angesprochen. mehr war für ihn nicht drin. mehr wird nicht kommen. doch das, was in gläser sich so leicht hinunterstürzt, kann diese frau nicht leisten. weil sie gerade etwas zu leisten vorhatte. und gegensätze sollen sich anziehen und das denkt er mitten am strand, nackt und das wasser ist kalt und knietief steht er darinnen. im winzigen schein eines weit entfernten lagerfeuers masturbiert er und sollte er schreien. das wasser ist kein spiegel, es ist schwarz und schwarz, das ist er nicht. das will er nicht. das mag er nicht. seine lieblingsfarbe ist grün – seit letztem herbst. und dieser herbst war grau. er hatte eine dirne und die raubte ihm das grün seiner seele. und das ist betrug. er hatte das nicht bezahlt und drei runden waren eindeutig zu wenig, es war zu lasch und es gab keine adjektive außer trostlos. er verabschiedete sich nicht und manchmal fragt er sich. soll ich noch. aber immer wieder hat das keinen zweck. und immer wieder sitzt da noch jemand auf dem sofa. das ist bedenklich und die zeit hat keine grenzen, nur die couch ist zu voll und man soll vorher die speisereste wegwischen. doch ein zirkusbesuch könnte nicht langweiliger sein als dieses theater. schmierig und klumpender kleister mit milch versetzt. nebel und das fernlicht funktioniert auch heute nicht. wie traurig das ist. fünfzig liegestütze sind ein leichtes und vor dem zubettgehen. vor dieser glosse an gutenachtgeschichte erledigt er das schnell. und sie beide erledigen das noch schnell. denn dafür sind sie hier. es geht nicht um die landschaft. vielleicht könnte man die beiden auch in ein blue-screen studio legen und dann verschiedene orte projezieren. das spart die fahrt. und er müsste sich nicht überlegen gegen welche baum er fährt. denn sie sind so viele und das licht bricht sich so herrlich dadurch. ein traum. gleißendes funkeln. eine tagdiskothek. und das ist jämmerlich und heute passiert nichts mehr. mitunter nur das, was er nicht zu vermeiden kräftens ist. manchmal schimpft er das kunst und es ist belanglos für alle anderen. besonders für sie. und sie. das ist. ein zellhaufen. ein mürbes gebäck, spröde und marginal. blonde locken tun einfach nichts zu sache. sie sind überflüssig. ein gas, mehr ein plasma. das scheint. und schein ist bar der wirklichkeit und sie ist gar nicht da. er sitzt alleine auf dem sofa und der fernseher rauscht. das muss ein techniker richten und er richtet das am nächsten tag. nachts flackern die bilder und am strand leuchten feuer und schiffe auf der milden see. waren das blumen auf ihrer strumpfhose.

heiligenschein

18. November 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

es ergab sich an einem sonntagabend, dass sich einer mitten im satz unterbrochen sah, sich gewahrte, dass niemand ihm mehr zuzuhören bereit war. daraufhin erhob er die stimme. lumpenpack. laien. verständnislose. laffen. liederliches gesocks. warum belästigen sie einen überhaupt mir ihrer existenz. und warum würdigen sie die seine nicht. eitelkeiten. wandelnde eitelkeiten. selbst spiegel würden bei deren anblick laut aufweinen. ihr seid doch alle würmer. gebt mir zwei schnaps. das ward verstanden. und das kostete zweimal 3 sowie 40 sekunden. vielleicht schien ihm die welt danach sogar etwas besser. er ließ es nicht drauf ankommen und verzog sich auf die toilette und erbrach. selbstekel. dünne menschen laufen ihm entgegen und striche, modifizierte punkte, längliche kugelhaft oval getrübt verloren schlierend. ich setze an. rief er. ein runder klumpen schwätzend knotig jovial mit luft zum leben, die ihm ausgeht. und die nächste querstraße. nach links drehen und fliehen. dann wieder auf die hauptstraße sehen, scheuen. dreimal. und ponies auf köpfen, die neueste mode seit langem und schief und krum und gerade und rahmen. er wälzt sich. robert warum rennst du so. wie kann die ästhetik so verkommen. diese bündel elend, bei dem er letzte nacht lagerte. dieses hagere etwas, dieses nichts, dieses jämmerliche allerweltstal. dieser schund. dünnheit. in jeder hinsicht. ich bin fett. schrie er. ich esse. und sie verstand nicht und lief nach und er lief schneller. und ein spiel. aber er ist müde, gibt ihr eine maulschelle und kehrt in das nächste gasthaus ein. singt.

nimmer werd ich schlafen in der nacht,
so wie der kleine säugling ganz sacht,
weil der busen an meinem mund zu hart,
doch zu weit nach haus die lange fahrt.

johlen. ein schnaps für den herren mit der goldenen zunge. ein könner. wahrlich das richtige für diese schenke. was darf es sein. zwei kurze und eine trachtprügel für diesen grausigen haufen hier. der herr hütet besser seine zunge. nein das tut er nicht. er schimpft und er übertreibt nicht und die wahrheit ist für diese gesellen ein grund und das spital wird heute sein blut auffangen. und das ist ein kurzer weg. und er wird gut dabei aussehen. die fäuste fliegen und mit mord wird gedroht, soviel ist einigen die falschheit wert und er landet in der gosse. nasstriefend das blut rinnt aus der nase und der platzwunde am kopf und einige rippen haben nachgegeben unter den energischen tritten. die lidern sinken und das pflaster ist heute nacht von weicher seliger habtik. schlaf. schalkvoll. und blut schmeckt süß. und blut schmeckt nach herbst, nach alina. und alina liegt heute bei einem anderen. bitter. dunst. jetzt wird kein singsang angestimmt. ein tropfen und auch ein zweiter. morgens ist er nackt. eine neue geburt. ein alter fetter körper trampelt zur goldenen stunde über die promenade und singt.

wie wohl mir der schlaf in dieser nacht,
so wie ein kleiner säugling ganz sacht,
und weil es tritte und schläge gab,
steig ich erholt aus dem nassen grab.

mobil

19. Oktober 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

und du schreibst.
und du schreist.
und du sagst.
und du sprichst.
und du redest.

du teilst dich mit.
ausheit. teilheit.
beugehaft.

seliges sabbern.
stille und der funk
ist weg – kein empfang.

lustgarten

9. September 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

blaue wogen schlendern durch die graue stadt,
eine tote katze liegt überfahren auf der straße
und automobile schallen so krude aufdringlich,
rauschen ekstatisch über diese adern lichten lebens.

ein junge sitzt zerschlagen an einem brunnen
und für ihn ist welt nicht das raunen der touristen.
ein anderer lässt sorglos sein gelbes eis fallen
und quäkt seine mutter an mit schriller wucht.

tauben und spatzen streiten sich um krumen
und ein boot trötet auf dem braunen wasser,
darauf sind schirme und hüte zu erkennen und
im feinen regen flaniert der dampfer übers wasser.

violett 4

29. August 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

wände sprechen,
wände reden,
grobkörnig und manchmal verblasst.

es hat an tusche nicht gereicht.
geschichten – beschichten –
wände kahl.
trüben weiß mit grau.
g.r.a.u.

das sind worte.
graffiti – text in prosa gefasst.
hier ist das ende.
und die wand wird
ge-weißt – be-weißt.
entschichtet : be-schichtet.
eine neue zwiebelschicht.

plan 1

26. August 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

durch ein fenster flackert der schein des fernsehers
und kleine kinder tollen feist auf dem asphalt,
zwischen wüstem abendrot und zartem nieselregen,
fliegt der ball tosend, hallen die hohen stimmen.

wo sich einer selbst entleibt, sind die gardinen zu,
der einkauf wiegt schwer und schaukelnd schleicht
eine dame meinem blick der straße nach voraus,
im rhythmus: eins – zwei: eins – zwei.

zaghaft gucken grüne stengel aus den straßenfugen,
kämpfen sich ans licht und butterblume sonnengelb,
schaut geknickt unter einem autoreifen hervor.

das tönen der straße ist jeden tag, ist wurzel – ich töne mit:
und verästelung, und verzweigung und abkehr – das blattwerk!
zwischen beton und photosynthese, dumpfe musik.

Wo bin ich?

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