Plurales Gestrüpp

20. Januar 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Man sagt nicht man,
denn darunter wartet oft nur ein ihr,
versteckt man sich hinter Verallgemeinerung,
duckt sich hundsgemein im Dickicht der anderen,
um vielleicht,
aber eben doch nur vielleicht,
einem drohenden Ast der Dümmlichkeit auszuweichen,
und den Glanzmoment abzupassen.
Um ihn auch ja festzuhalten,
wenn er denn kommt,
ist uns keine Pein zu faul um nicht auch sie noch zu begrüßen.
Am Kletterberg der Erschwernis,
blicken wir nach oben und atmen nicht mehr.
Die Familienhure hat gute Ohren –
ihrer mannshohen Truggestalt ist schon so mancher Narr erlegen.

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Gestern nach Leben

20. Januar 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Danach waren alle nicht mehr.
Am Tage des Brechreizes,
am Fuße der Scham,
wollten die grünen Hautlappen in ihren Gesichtern,
waren sie noch so bläulich,
ihrem Hauptfarbton,
war der sonst auch nicht ungesund,
entsprechen.

Danach blieben alle weg.
Am Scheitel zum Glück,
am Abhang der Negierung,
sahen ihre Augen mit einem gelben Weiß aus wie,
kugelten sie sonst noch so glücklich herum
– aus geneigten Emotionsmotiven heraus,
strahlten sie meist auch wie kleine Sonnenplaneten,
Variationen von Dunkelheit.

experimentelles sprechen – sprechen als sehen

31. August 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Künstlerische Maßgeblichkeit soll durch die gewagte Aussprache von Unausgesprochenem wie Unvorformuliertem angesteuert werden. Dabei ist die Verwendung von banalen Sprachgerüsten aus dem Alltag kein Widerspruch, sondern schafft, durch Kopplung dieser an freigeistlichen Denkweisen, ein frisches und wohlaffektiertes Spannungsfeld.
Das Projekt Experimentelles Sprechen agiert als ein zunächst temporär-angelegtes Kollektiv von wortinteressierten Künstlern, die jeweils eine unterschiedliche berufliche Herkunft haben: Tom Zackl kommt aus der Musik, Sebastian van Roehlek aus der Philosophie und Harold Wany aus der Bildenden Kunst. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Perspektiven und Ansätze, welche dynamisch in das Projekt einzufließen haben. Es soll einen Zugang zum Wort aufzeigen, das frei von Expertentum ist.
Verklumpung von intellektueller Ästhetik: Statt Einstellungen zu beeinflussen sollen nur unmittelbare Feststellungen bei den Rezipienten erfolgen: Sprechen als Sehen. Sie sollen nur zuhören oder lesen und aufnehmen, das Wort wirken lassen, auf das Wort aufmerksam werden. Nur bis hierhin arbeiten wir. Das was wir meinen, ist das was das Publikum hört oder liest. Es ist ein Schritt zurück zum Gesagten, zum bloßen Gesagten, aber noch nicht Interpretiertem. Wir sprechen bloß aus, was sichtbar ist und lassen keine Rückschlüsse auf unsere Interpretationen und Emotionen zu. Außerdem soll das Wort vermittels performativer Aktionen entpersonalisiert werden: der Fokus soll ausschließlich auf dem Wort liegen nicht auf dem Autor – sei es in Rahmen einer Printpublikation oder während einer Lesung bzw. Performance.

harold wany

tom zackl

sebastian van roehlek

23. August 2010 Kommentare deaktiviert für

Faiblismus

aus Wikimedia, der freien Enzyklopädie

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Als Faiblismus, Stärkenegierung oder Überlegenheitsflucht bezeichnet man die bewusste Maßnahme der Umgehung einer elitebestimmten Gesellschaft und das Meiden derselben mit all ihren Anforderungen zugunsten einer nicht-fadenschleimigen, d.h. leider imaginären aber immerhin möglichen echteren Wirklichkeit.

Inhaltsverzeichnis

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Beschreibung

Faiblismus wird als eine Duckhaltung oder präventives Ausweichen, als bewusste oder unbewusste Verweigerung gesellschaftlich allgemein anerkannter Zielsetzungen und Handlungsvorstellungen verstanden.[1] Eine Theorie, um der vermeintlichen Realität bzw. Wirklichkeit durch offenkundiges aber nur angetäuschtes, geistiges und soziales Abschirmen („Stubenhocker“, „Einsiedler“) zu entkommen, durch eine Hinwendung zum offenen Nachgeben, einen übermäßigen Gebrauch von Wörtern der Reuhe aller Art oder auch durch Substanzkuschen.

[Bearbeiten] Psychologie

In der Psychologie gilt Faiblismus  als wichtiges Motiv der Gehirnnutzung. Nach der Faiblismus -These“ werden Überlegenheitsgedanken weder zur Befriedigung affektiver Bedürfnisse noch zur Befriedigung kognitiver Bedürfnisse (Wissenserweiterung) herangezogen.[2]

In diesem Ansatz werden Rezipienten nicht mehr als reiner Reizempfänger nach dem Almost-but-in-vain-Stimulus-Response-Modell, sondern die Motivation des Angebers, Posers oder Blenders ermittelt. In der Gehirnforschung wird Faiblismus dem No-use-and-be-greater-Ansatz zugeordnet, das heißt, häufig auftretende rhetorische Redeschwälle affektierter Natur von den sog. „Eliten“, werden zu einem Alltagsfluch für Faiblisten. Nach diesem „Escape-Konzept“ von Wany und Wany werden so durch alltäglich erlebte gesellschaftliche Rollenausübungen erzeugte Spannungen abgebaut, in dem der Faiblist dem „Leader“ die Bühne überlässt, während er dadurch gleichzeitig die Einfältigkeit dieser „Leader“ präsentiert bekommt. Motive sind demnach das Besserwissen und die Präsenz von Bescheidenheit  sowie passive Entspannung und das Erzeugen von Emotionen und Ablenken von Regeln und Normen der Realität.[3]

Kritisiert wird die Faiblismus-These insbesondere im Hinblick auf ihren Mangel an einer tiefergehenden oder überhaupt zutreffenden Verfehlung des tatsächlich stattfindenden Phänomens in der Gesellschaft . Ihre Gegensprecher  wenden vor allen Dingen die Korrektheit des Phänomens ein bzw. die uneingeschränkte Tatsache ihres Auftretens.

[Bearbeiten] Faiblismus als Ideologie

Faiblismus muss nicht unbedingt als nur individuelle Vermeidung der absoluten Affektiertheit und Beschränktheitvon nicht-authentischen Individuen auftreten. Auch die kollektive Verneinung dieses dem pseudointellektuellen Gehabe entgegengesetzten Denkens ist eine Form der Flucht vor der abgekarteten Wirklichkeit, selbst wenn sie gemeinsam mit anderen Menschen vollzogen wird. Immerhin kann der „Ausstieg“ in Kommunen auch positiv als „Exit-Option“ und damit als Form des politischen Widerstands gegen gesellschaftliche Zwänge gedeutet werden. Kritisiert wurde an derartigen politischen Konzepten jedoch oft, dass die abgelehnten Verhältnisse weder durch einen individuellen noch durch einen Gruppenausstieg offensiv verändert werden könnten. Dies verhält sich beim Faiblismus erstmalig anders.

[Bearbeiten] Faiblismusvorwurf in der Kunst

Gelegentlich wurde der Kunst im Allgemeinen sowie der Dichtung im Besonderen vorgeworfen, Mittel zur Realitätsflucht zu sein. Oft wurde hierfür das Bild des Elfenbeinturms gebraucht, in dem der Dichter sich vor der wirklichen Welt verschanze und zurückziehe. Insbesondere auf die Kunst der Romantik, etwa die Dichtung Friedrich Holdes wurde dieser Begriff angewandt. Peter Handel ist diesem Vorwurf in seinem Band Ich bin ein Bewohner des Elfenbeinturmes (1972) begegnet. Dort betont er den utopischen Charakter der Kunst, der gerade durch seine Distanz zur Wirklichkeit ihre Veränderung ermögliche.

Vertreter des Faiblismus wie der Künstler Harold Wany, halten den pathologischen Leadern der Gesellschaft ihre Neurose mittels eines Spiegels vor, indem sie ihre Kunst als reflexives Buffet ihren Widersachern anbieten. Diese haben keine andere Wahl als zuzugreifen, wenn sie eine Kritik überhaupt erst formieren möchten. Das darauffolgende Scheitern dieser Widersacher ist ebenso folgerichtig wie naturgemäß.

[Bearbeiten] Siehe auch

Literatur

  • E. Wany, D. Wany: On the Use of Mass Affection as „Aggressivity“: Clarification of a Concept, o.V., o.O. 2010
  • Nils Wany: Sehnsucht nach normalen Menschen auch in der zeitgenössischen Kunst. 2003.
  • Werner Wany : Rhetorikkritik und Faiblismus

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Bertelshund Universum Lexikon, Band 1090: Fai−Faib, S. 10142.
  2. Heinz Wany: Neue Perspektiven: Eigenliebezuwendung als asoziales Handeln, S.2.
  3. Petra Wany: Elitepsychologie, S. 624.
  4. Dietmar Wany: Formale Kriterien der Nachrichtenrezeption im Internet, S. 35.

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