motivwiederholung

22. November 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

ach ja, seufzte sie, als sie sich hinsetze. sie war noch nicht lange in diesem haus an der küste. eine letzte mücke kämpfte auf dem couchtisch mit dem tod und mit ihrem schuh beendete sie rasch diesen kampf. er guckte sie schräg von der seite an. ihr erster urlaub und gleich musste er tierreste von einer tischplatte entfernen. musste das jetzt sein. bevor sie mich sticht. und sie könnten noch jünger sein und ideale haben, vorstellungen oder gar erwartungen. aber es war vielleicht schon ein herbst zuviel und das macht mürbe und manche lassen sich in ein grab fallen, bevor sie noch die schaufel in die hand gedrückt bekommen haben. er war mürrisch. und er hielt nicht hinterm berg damit, setzte sich aber neben sie auf das sofa und nahm ihre hand. sie guckte ihn an. und sie fragte sich was das soll. sind wir teenager. dann eben nicht. sowieso ein schnapsidee. ob das gut endet. oder ob es überhaupt endet. wahrscheinlich auf einer landstraße mitten in der vorpommerschen einöde. hier gibt es nichts zu holen und auch nichts zurückzulassen. also vielleicht beim obligatorischen stadtrundgang in berlin. ups. da bin ich einfach ohne dich losgefahren. aber irgendwie besaß er noch etwas gewissen und er schrie den spiegel an. schreien hilft immer. soll sie es doch mitbekommen. das messer habe ich zwischen den zähnen. er lief rot an und der besuch der spelunke war nicht das, was zu erwarten war. blinder geiler rausch. deswegen hatte er sie doch angesprochen. mehr war für ihn nicht drin. mehr wird nicht kommen. doch das, was in gläser sich so leicht hinunterstürzt, kann diese frau nicht leisten. weil sie gerade etwas zu leisten vorhatte. und gegensätze sollen sich anziehen und das denkt er mitten am strand, nackt und das wasser ist kalt und knietief steht er darinnen. im winzigen schein eines weit entfernten lagerfeuers masturbiert er und sollte er schreien. das wasser ist kein spiegel, es ist schwarz und schwarz, das ist er nicht. das will er nicht. das mag er nicht. seine lieblingsfarbe ist grün – seit letztem herbst. und dieser herbst war grau. er hatte eine dirne und die raubte ihm das grün seiner seele. und das ist betrug. er hatte das nicht bezahlt und drei runden waren eindeutig zu wenig, es war zu lasch und es gab keine adjektive außer trostlos. er verabschiedete sich nicht und manchmal fragt er sich. soll ich noch. aber immer wieder hat das keinen zweck. und immer wieder sitzt da noch jemand auf dem sofa. das ist bedenklich und die zeit hat keine grenzen, nur die couch ist zu voll und man soll vorher die speisereste wegwischen. doch ein zirkusbesuch könnte nicht langweiliger sein als dieses theater. schmierig und klumpender kleister mit milch versetzt. nebel und das fernlicht funktioniert auch heute nicht. wie traurig das ist. fünfzig liegestütze sind ein leichtes und vor dem zubettgehen. vor dieser glosse an gutenachtgeschichte erledigt er das schnell. und sie beide erledigen das noch schnell. denn dafür sind sie hier. es geht nicht um die landschaft. vielleicht könnte man die beiden auch in ein blue-screen studio legen und dann verschiedene orte projezieren. das spart die fahrt. und er müsste sich nicht überlegen gegen welche baum er fährt. denn sie sind so viele und das licht bricht sich so herrlich dadurch. ein traum. gleißendes funkeln. eine tagdiskothek. und das ist jämmerlich und heute passiert nichts mehr. mitunter nur das, was er nicht zu vermeiden kräftens ist. manchmal schimpft er das kunst und es ist belanglos für alle anderen. besonders für sie. und sie. das ist. ein zellhaufen. ein mürbes gebäck, spröde und marginal. blonde locken tun einfach nichts zu sache. sie sind überflüssig. ein gas, mehr ein plasma. das scheint. und schein ist bar der wirklichkeit und sie ist gar nicht da. er sitzt alleine auf dem sofa und der fernseher rauscht. das muss ein techniker richten und er richtet das am nächsten tag. nachts flackern die bilder und am strand leuchten feuer und schiffe auf der milden see. waren das blumen auf ihrer strumpfhose.

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